Das Franziskanerkloster mit Kirche, Verwaltungsgebäude, einer Schule und Quartierblöcken wurde um 1900 in nur 2 Jahren Bauzeit fertiggestellt. 1912 wurde die Kirche geweiht und später mit Wandmalereien und einem geschnitzten Hauptaltar ausgestattet. Hauptsächlich Hilfsbedürftige Männer, meist schwerst körperlich und geistig behindert, fanden Schutz und Pflege bei den Franziskanermönchen. Bis zu 600 Patienten lebten und arbeiteten in den Einrichtungen des Klosters. Auch kulturelle Veranstaltungen fanden ihren Platz, bevor die Nationalsozialisten ab 1935 systematisch die Einrichtung und ihre Betreiber sabotierten. Ab 1937, unter Leitung der örtlichen Provinzial Heil- und Pflegeanstalt, wurde auf dem Gelände eine “Kinderfachabteilung” eingerichtet. Weder Heilung noch Pflege sollten die geistig behinderten Kinder hier finden, die Einrichtung diente der „Kindereuthanasie”. Fast 100 Kinder fanden hier neben anderen ihren Tod.